Überwinterer
Überwinterer in Wiesbaden-Schierstein
Unsere Vereins-Chronik zeichnet die ersten Überwinterer zum Jahreswechsel 1984/85 erstmals auf; es überwintern keine Jungtiere: Die Aufzeichnungen erfolgen nicht kontinuierlich, da sich im Laufe der Jahre herausgestellt hat, dass in jedem Winter einige Faulpelze auf den Zug in die südlichen Überwinterungsgebiete verzichten und sie sozusagen zum Schiersteiner „Inventar“ gehören und nicht unbedingt mehr eigens erwähnt werden müssen. Die Überwinterer sind ausschliesslich Altstörche.
Normalerweise ziehen die Schiersteiner Störche Ende August/Anfang September auf der Westroute über die Straße von Gibraltar bis nach Mauretanien und Mali (Länder, aus denen uns Fundmeldungen erreichten).
Viele Störche bleiben inzwischen in Südspanien oder sogar Südfrankreich hängen. Zum Vergleich einige Zahlen:
| 1984/85 | 22 Störche haben den Winter gut überstanden |
| 1993/94 |
14 Überwinterer |
| 1995/96 | 20 Überwinterer |
| 1996/97 | 16 Überwinterer |
| 2003/04 | 24 Überwinterer |
| 2004/05 | 29 Überwinterer |
| 2005/06 | 47 Überwinterer ! |
| 2010/11 | 23 Überwinterer |
Zufütterung eingestellt in 2005
Bis zum Jahre 2004 wurden die Überwinterer mit Eintagsküken zugefüttert; die Zufütterung wurde 2005 eingestellt. Grund: Störche sind wildlebende Tiere, die sich in ihrem Habitat selbst zurechtfinden und versorgen müssen. Im Winter finden sie an Flussläufen noch Fische, auf Deponien Mäuse und Essensreste. Störche sind Aasfresser und nehmen auch gern mal mit einer toten Maus vorlieb. Der Hintergedanke der Einstellung der Zufütterung war auch, die Störche zu motivieren, im Winter wieder zu ihren afrikanischen Futterplätzen aufzubrechen.
Warum viele Störche mittlerweile hier bleiben, hängt nicht unbedingt mit den veränderten Witterungsbedingungen zusammen. (Überwinterer gibt es auch in anderen Gegenden Deutschlands). Die Wissenschaftler versuchen gegenwärtig, dieses Phänomen zu entschlüsseln. Wir sind auf das Ergebnis gespannt.