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Storchengemeinschaft Wiesbaden-Schierstein


Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs blieb der Weißstorch als Brutvogel in Wiesbaden-Schierstein aus. In den Folgejahren erwuchs in vielen Storchenfreunden der Wunsch, diesen beliebten Schreitvogel in Schierstein wieder anzusiedeln und heimisch werden zu lassen.

1972 rekrutierte sich ein Arbeitskreis, der mit Hilfe von Spendengeldern und der fachlichen Unterstützung des Schweizers Max Bloesch aus dem Kanton Solothurn die Wiederansiedelung in Angriff nahm. Der damalige Betreiber des Wasserwerks in Schierstein, die ESWE (heute Hessenwasser) kam dem Ansinnen der Storchenfreunde entgegen und stellte sein Gelände für dieses Projekt zur Verfügung. 1981 wurde die Storchengemeinschaft Wiesbaden-Schierstein e.V. gegründet.

Das Wasserwerk-Gelände bietet ideale Bedingungen für Weißstörche. Viele Teiche mit Fischbesatz und weitflächige Wiesen mit einer reichhaltigen Fauna sind geradezu ein Schlaraffenland für Meister Adebar. Hinzu kommt, dass für den Vogel neben den aufgestellten Bruthorsten und gestutzten Bäumen die Ausleger der Hochspannungsmasten eine willkommene Nistunterlage sind, hat er doch von hier oben einen weiten Blick auf seine Umgebung.

Die Aufgaben der Storchengemeinschaft umfassen neben der Betreuung der Störche Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen von Vorträgen, Führungen und Beiträgen in den Medien. Darüber hinaus ist die Storchengemeinschaft auch im Naturschutz engagiert. Die Mitarbeiter der Storchengemeinschaft arbeiten ausschließlich ehrenamtlich. Die Kosten für die anfallenden Arbeiten und Geländekäufe im Rahmen der Biotopvernetzung werden durch Spenden und Fördergelder gedeckt.

Der Verein genießt auf dem Wassergewinnungs-Gelände der Firma Hessenwasser Gastrecht. Die Aktivitäten erfolgen im gegenseitigen Einvernehmen und mit größter Rücksicht auf die einmalige Flora und Fauna des Geländes.

Der stillgelegte Schornstein in der Küferstraße in Schierstein, auf dem im Jahre 1983 ein Storchenhorst errichtet wurde und in dem 1989 die ersten Jungstörche nach der Wiederansiedelung das Licht der Welt erblickten, ist eine besondere Attraktion für die Besucher des Schiersteiner Hafens. Bei der jährlichen Zählung der Jungstörche werden die Jungen, die dort schlüpfen, mit berücksichtigt.


Bild eins: Das Gelände der Grundwasseraufbereitung – ein herrliches Biotop für Meister Adebar.

Bild zwei: Von den Hochspannungsmasten hat der Storch einen weiten Blick auf seine Umgebung.

Bild drei: Der Horst in der Küferstraße – Wahrzeichen der Schiersteiner Störche.

Fotos: Helga Sigmund