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Das Storchenjahr 2009

Sehr früh begannen in diesem Jahr die Störche mit dem Nestbau. Bereits im  Februar konnten sie auf den Masten im Wasserwerksgelände beim Ausbau ihrer Horste beobachtet werden. Auch auf dem Horst in der Küferstraße waren sie zu der Zeit schon fleißig am Bauen. – Von insgesamt 26 Brutpaaren waren 2009 16 erfolgreich. Es wurden 30 Jungstörche gezählt. 27 von ihnen konnten beringt werden, die restlichen drei blieben wegen Unerreichbarkeit unberingt. Der Jungstorchbestand hat sich damit im Vergleich zu früheren Jahren auf etwa 50% eingependelt - sicher auch auf Grund der Tatsache, dass seit drei Jahren nicht mehr zugefüttert wird – und damit das von den Storchenfreunden angepeilte natürliche Brutverhalten der Störche erreicht.

Leider waren auch zwei Verluste zu beklagen: am Morgen des 7. Juni (dem Tag der offenen Tür) lag ein schon beringter Jungstorch mit abgebissenem Kopf unweit vom Kamera-Horst; ein zweiter hatte sich am 3. August verflogen und wurde in Walluf aufgegriffen. Die Betreuer brachten den unversehrt erscheinenden Jungstorch ins Freigehege vor der Voliere, wo er am darauf folgenden Tag tot aufgefunden wurde.

Beim Ablesen der Störche auf dem Wasserwerksgelände wiesen viele Störche Radolfzeller Ringe auf. Woher die Vögel genau stammen, können erst spätere Fundmeldungen belegen. Bei Fundmeldungen des vergangenen Jahres, die bei Herrn Deuter eingingen, ist auffällig, dass sehr viele Störche bei Barcelona abgelesen wurden.

Ab 10.6.09 wurde auf drei aufeinander folgenden Tagen beringt. Beim ersten Termin waren die Herren Schodlock und Ziese von KMW samt Pressereferent zugegen. -  Der Medienrummel früherer Jahre beim Beringen auf den Hochspannungsmasten wird nicht nur von den Schiersteiner Storchenbetreuern zum Schutz der Jungvögel abgelehnt, sondern wurde von der Obersten Naturschutzbehörde in Rheinland-Pfalz inzwischen beschlossen.

Die Jungstörche sind Anfang August alle fortgezogen. Von den hier verbliebenen Altstörchen wurden Mitte September 19 auf dem Wasserwerksgelände gezählt. Die genaue Zahl ist nicht auszumachen, da die Störche tagsüber unterwegs auf Futtersuche sind. Es wurden aber auf den abgeernteten Feldern zwischen Walluf und Eltville und auch in der Gegend um Kloppenheim immer wieder Storchengruppen bei der Futteraufnahme gesichtet.

Der Tag der offenen Tür, der aus Personalmangel nur in der aus früheren Jahren bekannten „kleinen Runde“ durchgeführt werden konnte (einige Mitarbeiter waren in Urlaub oder krank), war auch in diesem Jahr wieder ein schöner Erfolg. Das unbeständige Wetter, das wenigstens während der drei Besichtigungsstunden hielt, lockte etwa 350 Gäste zu den Adebaren.

Beim diesjährigen Arbeitseinsatz wurde der Schilf- und Buschbestand um den Storchenteich im Freigehege beschnitten und die Voliere neu gestrichen.

Ein Jubiläum rundet das Storchjahr 2009 ab: Vorstandsmitglied Franz Deuter wird anlässlich seines 80sten Geburtstags Ehrenmitglied der Storchengemeinschaft und mit einer Ehrenurkunde bedacht.

 

Störche im "Gespräch"
Altstorch mit Jungen
  Altstorch mit Jungen
Störche im Gespräch

Fotos: Helga Sigmund